Hans-Michael Heinig
Hans-Michael Heinig

6 thoughts on “(Deutsch) Mehr Wissenschaft in der Rechtswissenschaft

  1. Schön wäre es, wenn Mitglieder der Staatsrechtslehrervereinigung, die gegen das Regelwerk verstoßen, die Vereinigung verlassen müssten….

  2. ” Der Nutzen eidesstattlicher Versicherungen wird gemeinhin überschätzt.”

    das sind sowieso keine echten eidesstattlichen Versicherungen weil die Uni keine zur Abnahme einer Versicherung an Eides Statt zuständige Behörde ist, § 156 StGB greift also nicht. ist also ungefähr so brauchbar wie der amtseid, den der bundeskanzler schwört.

  3. @ Faufu: Das ist in der Allgemeinheit nicht richtig:

    “Grds dürfte das [die Entgegennahme der e.V., M.] möglich sein, wenn die einschlägigen Ordnungen eine solche Erklärung vorsehen. Allerdings dürfte wohl die allgemeine universitäre Satzungsgewalt zur Regelung von Prüfungsangelegenheiten nicht genügen, um mittelbar eine Strafbarkeit statuieren zu können. Anders ist dies aber, wenn in den (und sei es Landes-) Gesetzen vorgesehen ist, dass die Universitäten solche Erklärungen verlangen dürfen (so etwa in Bayern Art 64 Abs 1 S 1 BayHochSchG) bzw sogar sollen (so neuere Gesetzesinitiativen in Bayern).” (Kudlich, BeckOK StGB, St. 1.12.2012, § 156 Rn. 8.6)

    Mit leuchtet es noch nicht einmal besonders ein, weshalb die Satzungsautonomie nicht ausreichen soll, um die Zuständigkeit für die Entgegennahme einer e.V. zu begründen. Aber da mag ich mich irren…

  4. ” Zum Beharrungsvermögen in der deutschen Rechtswissenschaft trägt nicht zuletzt ein beträchtlicher der Teil der Studierenden bei, der allen bisherigen Anstrengungen zur Intellektualisierung der juristischen Ausbildung ausweicht und sich zur Not den Seelentröstern der professionellen Repetitorien anvertraut.”

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Heinig und Kollegen: Schämen Sie sich für solche Pauschalierung und betreiben sie selbstkritisch Ursachenforschung!

    Ich habe soeben die erste juristische Prüfung abgeschlossen und hatte im Rahmen vorlesungsbegleitender Erst- und Zweitsemestertutorien im ZR, SR als auch ÖR bereits Gelegenheit, selbst Erfahrung in der Lehre zu sammeln. Ich möchte Ihren Beobachtungen beipflichten, was die Norm-, Detail- und Falllastigkeit des juristischen Studiums angeht. In einer gewissen logischen Konsequenz treibt das Gefühl der Überforderung mit den Massen an Stoff sowie die allgemeine psychosoziale Angstmache vor dem Examen schließlich zahlreiche hoffnungsvolle Studierende zum kommerziellen Repetitor, oder “Seelentröster” wie Sie sagen.

    Zunächst möchte ich betonen, dass letztere selbst soweit Ihnen tatsächlich eine Rolle als “Seelentröster” zukommt, nach mE zum aller größten Teil hervorragende Arbeit leisten – sowohl im materiellrechtlichen als auch im prüfungspsychologischen und -taktischen Bereich. Letztere Aspekte dürften – soweit ich dies überblicke – an den meisten deutschen Universitäten auch in der Examensvorbereitung wohl sträflich vernachlässigt werden. Dies, obwohl Psychologie und Taktik nach mE für das erfolgreiche Bestehen des schriftlichen Teils eine mindestens ebenso große Rolle wie das materielle Wissen spielen.

    Die eigentliche Frage lautet doch aber: Weshalb wirken Sie und Ihre Kollegen, die die Art der juristischen Didaktik an den Universitäten in den Händen halten und zeitlich gesehen lange vor den Repetitoren mit den Studierenden in Kontakt kommen, diesen Tendenzen nicht frühzeitig entgegen? Wieso gibt es – soweit ich dies überblicke – an keiner deutschen Universität eine semesterübergreifende Veranstaltung zur juristischen Methodenlehre, in denen mit Studierenden aller Semester Fragen diskutiert werden wie diese: Wie lernt man Jura “richtig”? Welche Differenzierungen in der Lernweise sind zwischen den einzelnen Rechtsgebieten geboten? Wie schaffe ich es, mich mittels Systematisierung und effektivem Einsatz meines besten Freundes “Gesetz” vor den erdrückenden Massen vermeintlich auswendig zu lernender Details zu wappnen?

    Ich stelle mir vor, dass es bequemer ist, den Studierenden die Schuld in die Schuhe zu schieben als eigene eingefahrene Lehrmethoden zu hinterfragen und die Betreuung zu intensiveren – und sei es wie dargelegt mit kollektiven Veranstaltungen zu Prüfungspsychologie, -taktik und allgemeiner Methodik.

    Insbesondere verwehre ich mich gegen den Vorwurf, die Studierenden würden den “Anstrengungen zur Intellektualisierung der juristischen Ausbildung ausweich[en]“. Als Inhaber eines Lehrstuhls an einer deutschen juristischen Fakultät sollte Ihnen bereits aufgefallen sein, dass zahlreiche junge Studierende gerade wenn sie die Möglichkeit zur Vertiefung und Grundlagenforschung beispielsweise im Rahmen eines Seminars erhalten, förmlich aufblühen und Begeisterung sowie Forschergeist entwickeln, der im Rahmen der Falllösung der üblichen Arbeitsgemeinschaften mittels der “hM” brutal unterdrückt wird. Kluge, begeisterungsfähige und motivierte Köpfe finden sich zwar in besonderem Maße, aber nicht nur in der Studienstiftung, sondern an jeder deutschen juristischen Fakultät im Gros der Studierenden!

    Herr Prof. Dr. Heinig und Kollegen- Kehren Sie vor Ihrer eigenen Tür und suchen Sie die Fehler nicht in erster Linie bei überforderten, schlecht betreuten und neuerdings auch noch minderjährigen Studierenden! Werden Sie ihrer Betreuungsverantwortung gegenüber zahlreichen jungen, hochmotivierten, häufig sogar idealistischen juristsichen Talenten gerecht!

  5. Na ja, wenn man will, dass Methodik für Studenten relevant wird, muss es halt auch was wert sein. Ich versteh jeden der bei der Stofffülle die (potentiell) abgefragt wird, Dinge wie Rechtsphilosophie/Methodenlehre/Rechtsgeschichte ignoriert. Das wird halt im Examen nicht geprüft, ähnlich wie bei Familienrecht (zumindest in Bayern) gut auf Lücke gesetzt werden kann. Gäbe es entsprechende Anreize (und nicht der Grundlagenschein, Kinders), sähe es eventuell anders aus.

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