Über uns

Der Verfassungsblog ist ein konstitutionalistisches Debattenforum, das sich schwerpunktmäßig mit dem entstehenden europäischen Verfassungsraum und seinen rechtlichen und politischen Auswirkungen auf nationaler und transnationaler Ebene beschäftigt. Der Blog ist als Schnittstelle zwischen dem akademischen Expertendiskurs einerseits und der politischen Öffentlichkeit andererseits gedacht –  mit dem Ziel, letzterer einen Zugang zu dem Expertenwissen zu legen, das sie braucht, um sich eine informierte Meinung zum aktuellen politischen Geschehen zu bilden, und ersterem mehr Sichtbarkeit und politische Wirkung zu verschaffen.

Der Blog wurde 2009 von Maximilian Steinbeis gegründet, einem auf Verfassungsrecht und -politik spezialisierten Journalisten und langjährigen rechtspolitischen Korrespondenten des Handelsblatts. 2011 begann die Kooperation mit dem Wissenschaftskolleg zu Berlin (Prof. Dr. Christoph Mölllers, Alexandra Kemmerer), 2013 mit der Humboldt-Universität zu Berlin im Rahmen eines Forschungsprojekts zum rechtswissenschaftlichen Bloggen. Seither hat sich der Blog zu einer kontinuierlich wachsenden akademischen Dirkursplattform mit über 200 Autorinnen und Autoren entwickelt. Viel Resonanz hat der Blog durch eine Reihe von Online-Symposien zu wichtigen politischen Entwicklungen erzeugt, etwa zur verfassungspolitischen Dimension der Eurokrise, zu Ungarn als Herausforderung für die konstitutionellen Standards der EU oder zur Religionsfreiheit in der multikulturellen Gesellschaft.

Gegenwärtig versuchen wir unsere Berichterstattung aus nationalen Verfassungsordnungen in ganz Europa auszudehnen. Unter EU-Mitgliedsstaaten kann nationales Verfassungsrecht nicht länger als rein ausländische Angelegenheit behandelt werden. Was auf nationaler Ebene in Hinblick auf Staatsbürgerschaft und Grundrechte, Souveränität und Separatismus, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie geschieht, wirkt sich auf die europäische Verfassungsordnung insgesamt aus – siehe Ungarn als das schlagenste, wenngleich bei weitem nicht einzige Beispiel.

Dieser gemeinsame europäische Verfassungsraum verlangt nach einem gemeinsamen europäischen Verfassungsdiskurs. Wir sehen es als unsere Aufgabe, diesen auf den Weg zu bringen. Uns schwebt ein europäisches Netzwerk von Verfassungsblogs vor, die sich wechselseitig über die Entfaltung des gemeinsamen europäischen Verfassungsraums informieren und austauschen. Als ersten Schritt dorthin versuchen wir, weitere Autorinnen und Autoren dazu zu gewinnen, auf dem Verfassungsblog über wichtige Geschehnisse und Entwicklungen in ihren nationalen Verfassungsordnungen zu berichten. Für manche Teile der EU (insbesondere UK und Teile Mittel- und Osteuropas, bis zu einem gewissen Grad auch Italien) gelingt uns das besser, für andere weniger. Der größte und wichtigste weiße Fleck auf unserer Landkarte bleibt Frankreich. Wer helfen will, diese Lücken zu füllen, ist wärmstens willkommen! (Bitte beachten Sie dabei unsere Hinweise für Autorinnen und Autoren.)

Was andere über uns schreiben: hier.